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Leonardo Studies

02.12.1985

Kim H. Veltman

Groteske Köpfe nach Leonardo da Vinci

Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, eds. G. Langemeyer, G. Unverfehrt, H. Guratzsch und C. Stölzl. (München: Prestel-Verlag, 1985), pp.37-38.  


Kat. Blatt 13 Oberitalienisch, 3. Viertel 17. Jahrhundert Groteske Köpfe nach Leonardo da Vinci Feder in Braun, laviert, 209 x 306, 115 x 89 (oben rechts), 93 x 87 (unten rechts), mit Feder beschriftet Leonardo da Vinci. Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett, Berlin.

Bei Leonardo da Vincis grotesken Köpfen handelt es sich wohl weniger um Karikaturen im üblichen Sinn, die von Porträts bekannter Personen ausgehen, sondern eher um Studien über die Vielfalt des menschlichen Charakters und Ausdrucks.

Einige Figuren entstammen dem alltäglichen Leben, andere medizinischen Studien, wieder andere gehen auf römische Münzen zurück. Altere Männer und Frauen in verärgerter Stimmung, böse oder auch lachend, werden bevorzugt. Aus Quellen des 16. Jahrhunderts sind wir über physiognomische Beobachtungen Leonardos unterrichtet. Vasari teilt mit, wie erfreut Leonardo war, wenn er merkwürdige Köpfe sah, stark behaart oder bärtig, und wie er jedem, der seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte, den ganzen Tag gefolgt sei.4 Lomazzo erzählt, daß Leonardo Bauern in sein Haus einlud, ihnen Witze erzählte und dann ihre lachenden Gesichter festhielt!

 


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